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Was kostet eine professionelle Website 2026 wirklich?

Seitenanzahl, Funktionen, Inhalte, Wartung: was den Preis einer Website 2026 bestimmt, mit realistischen Marktspannen und einer Checkliste.

Dioriads SolutionsVeröffentlicht am 7 Min. Lesezeit
Inhalt

Warum es auf diese Frage keine einzige Antwort gibt

Die Frage "Was kostet eine Website?" ist ungefähr so präzise wie die Frage "Was kostet ein Haus?". Die Antwort hängt davon ab, wie groß es wird, wer einzieht, wie viel Vorarbeit schon existiert und wer die Arbeit macht. Wir bekommen diese Frage mehrmals pro Woche, und die ehrliche Antwort lautet: irgendwo zwischen 500 und 50.000 Euro. Das hilft niemandem weiter. Deshalb geht es hier darum, welche Entscheidungen den Betrag nach oben oder unten bewegen und wie Sie Ihre Anfrage so vorbereiten, dass verschiedene Angebote überhaupt vergleichbar werden.

Eine Sache vorweg: Der Preis einer Website ist fast nie ein Materialpreis. Sie bezahlen Arbeitszeit für Konzept, Gestaltung, Umsetzung, Testen und Übergabe. Wer Ihnen 500 Euro für eine vollständige Firmenwebsite nennt, verkauft Ihnen entweder eine Vorlage mit ausgetauschtem Logo oder kalkuliert damit, dass Sie später teuer nachbestellen.

Was den Preis tatsächlich bestimmt

Umfang und Seitenstruktur

Fünf Seiten sind kein Fünftel von fünfundzwanzig Seiten, aber der Unterschied ist real. Jede zusätzliche Seitenvorlage bedeutet Gestaltung, Umsetzung, Inhaltspflege und Tests auf drei Bildschirmgrößen. Entscheidend ist dabei nicht die Zahl der Unterseiten, sondern die Zahl der unterschiedlichen Seitentypen: Startseite, Leistungsseite, Referenzdetail, Blogartikel, Kontakt. Zwanzig Leistungsseiten nach demselben Muster kosten deutlich weniger als fünf Seiten, die alle anders aussehen sollen.

Individualität der Gestaltung

Ein angepasstes Theme ist in wenigen Tagen fertig. Ein eigenes Designsystem mit Typografieskala, Farblogik, Komponentenbibliothek und definierten Zuständen für Hover, Fehler und Ladevorgänge kostet ein Vielfaches davon. Beides kann die richtige Entscheidung sein. Wenn Ihre Marke austauschbar aussehen darf, sparen Sie an dieser Stelle den größten Einzelposten.

Inhalte

Der am häufigsten unterschätzte Punkt. Texte und Fotos entstehen nicht nebenbei. Ein professionell geschriebener Seitentext kostet je nach Umfang 80 bis 250 Euro, ein Fototag mit Nachbearbeitung 800 bis 1.800 Euro. Wenn Sie Inhalte selbst liefern, sparen Sie echtes Geld — aber nur, wenn Sie sie auch wirklich liefern. Der häufigste Grund für verzögerte Projekte sind fehlende Texte, nicht fehlender Code.

Funktionen

Ein einfaches Kontaktformular ist eine Stunde Arbeit. Ein mehrstufiges Anfrageformular mit Datei-Upload, Weiterleitungslogik und datenschutzkonformer Speicherung ist ein Tag. Ein Buchungssystem mit Kalenderabgleich, Stornoregeln und Zahlungsanbindung sind zwei bis vier Wochen. Shop, Kundenkonten und Abonnements verschieben ein Projekt in eine andere Größenordnung, weil dort Zahlungen, Steuern, Retouren und Support dazukommen.

Mehrsprachigkeit, Schnittstellen, SEO und Barrierefreiheit

Jede weitere Sprache erhöht die Projektkosten typischerweise um 15 bis 30 Prozent — nicht wegen der Technik, sondern wegen Übersetzung, Pflege und rechtlicher Texte. Schnittstellen zu Warenwirtschaft, CRM oder Newsletter-Werkzeug sind selten Standard und brauchen Tests mit echten Daten. SEO reicht von sauberen technischen Grundlagen, die in jedem seriösen Angebot enthalten sein sollten, bis zu Keyword-Recherche, Content-Plan und Audit als eigenem Budgetposten. Barrierefreiheit ist inzwischen kein Extra mehr, sondern für viele Anbieter Pflicht.

Realistische Marktpreise in Deutschland 2026

VarianteRealistische SpanneWofür sie passt
Baukasten, selbst gebaut0–500 € plus 40–80 Stunden EigenzeitErste Sichtbarkeit, Einzelunternehmen, Test einer Idee
Landingpage vom Freelancer800–2.000 €Eine Seite, ein Ziel, wenig Inhalt
Firmenwebsite, kleine Agentur2.500–8.000 €5–15 Seitentypen, eigenes Design, Redaktionssystem
Shop oder Web-App5.000–25.000 € und mehrVerkauf, Buchung, Kundenkonten, Schnittstellen
Große Agenturab 15.000 €Markenprozess, Workshops, mehrere Standorte

Zur Einordnung, weil die Frage ohnehin kommt: Bei uns beginnt eine Landingpage bei 990 €, eine Firmenwebsite bei 2.490 €, ein Shop oder eine Web-App bei 4.990 €. Das sind Einstiegspreise für klar umrissene Projekte, keine Pauschalen für alles.

Bei Stundensätzen sehen wir in Deutschland derzeit etwa 60 bis 95 Euro bei Freelancern, 90 bis 140 Euro bei kleinen Agenturen und 140 bis 220 Euro bei größeren Häusern. Ein niedriger Stundensatz sagt allerdings wenig aus, wenn dieselbe Aufgabe die dreifache Zeit braucht.

Die Kosten, die in keinem Angebot stehen

  • Domain und Hosting: 10 bis 25 Euro pro Jahr für die Domain, 5 bis 60 Euro monatlich für Hosting, abhängig von Last, Backups und Verfügbarkeitsanspruch.
  • Wartung und Updates: Rechnen Sie mit 10 bis 20 Prozent der Erstellungskosten pro Jahr. Sicherheitsupdates, Kompatibilität, Backups, Erreichbarkeitsprüfung.
  • Lizenzen: Webfonts kosten einmalig 50 bis 500 Euro, Bildlizenzen 10 bis 80 Euro pro Motiv, kommerzielle Erweiterungen 50 bis 300 Euro jährlich.
  • Rechtssicherheit: Impressum, Datenschutzerklärung, Einwilligungsverwaltung. Seit Juni 2025 gilt zudem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele B2C-Anbieter, etwa im Online-Handel, bei Buchungen und Finanzdienstleistungen. Kleinstunternehmen sind teilweise ausgenommen, aber diese Einordnung sollten Sie klären und nicht raten.
  • Spätere Änderungen: Jeder neue Seitentyp, jede weitere Sprache, jede Funktion nach dem Launch ist ein eigenes kleines Projekt mit eigenem Aufwand.

Die teuerste Position einer Website ist selten die erste Version, sondern alles, was in den drei Jahren danach passiert.

Warum das günstigste Angebot oft das teuerste wird

Ein Beispiel aus der Praxis, stellvertretend für mehrere ähnliche Fälle. Ein Handwerksbetrieb hatte seine Website für 1.200 Euro bauen lassen. Nach vierzehn Monaten war der Entwickler nicht mehr erreichbar. Die Domain lief über sein Konto, die Lizenzen der eingesetzten Erweiterungen ebenfalls, es gab keinen Zugang zum Quellcode, keine Dokumentation und kein Backup, das jünger war als ein halbes Jahr. Die Startseite lud in sechs Sekunden, und das Kontaktformular hatte seit Wochen keine Nachricht mehr zugestellt, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre.

Der Neuaufbau kostete anschließend 3.400 Euro, dazu kamen zwei Monate Verzögerung für die Rückholung der Domain. Gesamtkosten also 4.600 Euro für ein Ergebnis, das beim ersten Mal für rund 3.000 Euro zu haben gewesen wäre. Der Fehler lag nicht im niedrigen Preis an sich, sondern darin, dass Übergabe, Zugänge und Eigentum am Ergebnis nie geklärt wurden. Ein günstiges Angebot mit sauberer Übergabe ist völlig in Ordnung. Ein günstiges Angebot ohne Übergabe ist ein Kredit, den Sie später zurückzahlen.

Stundensatz oder Festpreis

KriteriumStundensatzFestpreis
Passt beiunklarem Umfang, laufender Betreuung, Weiterentwicklungklar beschriebenem Projekt mit definiertem Ende
Risiko trägtder Auftraggeberder Dienstleister
VorteilFlexibilität, Sie zahlen nur tatsächliche ArbeitPlanungssicherheit, ein Betrag im Budget
NachteilEndsumme schwer prognostizierbarÄnderungen brauchen einen Nachtrag

Ein belastbarer Festpreis entsteht erst nach einem echten Erstgespräch. Wer Ihnen nach zwei Zeilen im Kontaktformular eine Zahl nennt, hat entweder eine großzügige Sicherheitsmarge eingerechnet oder wird während des Projekts nachfordern. Für die laufende Betreuung nach dem Launch ist ein Stundenkontingent, etwa vier Stunden im Monat, meist ehrlicher als eine Pauschale, die niemand nachrechnen kann.

Vorbereitung: So werden Angebote vergleichbar

  1. Seitenstruktur als einfache Liste: Welche Seiten braucht es, was steht ungefähr darauf?
  2. Inhalte klären: Wer schreibt die Texte, wer liefert Fotos, bis wann liegen beide vor?
  3. Funktionen in "brauche ich zum Start" und "kann warten" trennen. Diese Trennung spart im Schnitt mehr Geld als jede Verhandlung.
  4. Termine benennen: Gibt es ein festes Datum wie Messe, Eröffnung oder Kampagnenstart?
  5. Budgetrahmen nennen. Das ist keine Schwäche in der Verhandlung, sondern die einzige Möglichkeit, ein passend zugeschnittenes Angebot zu bekommen.
  6. Bestand aufnehmen: vorhandene Domain, Zugangsdaten, Analysewerte, bestehende Inhalte — was bleibt, was wird ersetzt?

Wenn Sie diese sechs Punkte in einem einseitigen Dokument an drei Anbieter schicken, bekommen Sie drei vergleichbare Angebote. Ohne dieses Dokument bekommen Sie drei Zahlen, die unterschiedliche Leistungen beschreiben.

Ein Angebot richtig lesen

Ein tragfähiges Angebot enthält mindestens diese sechs Bestandteile:

  • Leistungsumfang in konkreten Einheiten: Zahl der Seitentypen, Sprachen, Formulare, Korrekturrunden.
  • Meilensteine mit Terminen und Ihren eigenen Mitwirkungspflichten.
  • Zahlungsplan: üblich sind 30 bis 50 Prozent bei Beauftragung, der Rest bei Abnahme.
  • Was nicht enthalten ist. Dieser Absatz ist der wichtigste im gesamten Dokument.
  • Rechte am Ergebnis: Wem gehören Code, Gestaltung und Zugänge nach vollständiger Bezahlung? Die Antwort sollte "Ihnen" lauten.
  • Nach dem Launch: Übergabe, Einweisung, Reaktionszeiten, Kosten für Wartung.

Fehlt einer dieser Punkte, liegt Ihnen keine Kalkulation vor, sondern eine Zahl. Fragen Sie nach, bevor Sie vergleichen. Sehr oft erklärt sich eine Preisdifferenz von 3.000 Euro allein durch das, was im günstigeren Angebot nicht steht.

Wenn Sie gerade an diesem Punkt stehen und wissen möchten, in welcher Größenordnung Ihr Vorhaben realistisch liegt, nehmen wir uns dafür eine halbe Stunde — kostenlos und unverbindlich. Sie bekommen danach eine belastbare Spanne und eine Einschätzung, was sich davon streichen lässt.

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